IDAGMED

Interdisziplinäre agile Medizintechnikentwicklung

Forschungsfeld

Innovation und Kreativität
User Experience, Bionik, Kreativitätsmethoden, Open Innovation, TRIZ

Entwicklungsprozesse
Prozessmanagement, Änderungsmanagement, Lean Management, Wissensmanagement, Prozessmodellierung

Schlagworte

Agile Entwicklung, Interdisziplinäre Teams, Mikrotiterplatte, Medizintechnik

Problemstellung

In den vergangenen Jahren wurden am Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für Medizinische Elektronik der Technischen Universität München verschiedene multiparametrische Screeningsysteme für die Arbeit an lebenden Tumorzellen entwickelt. Die Basiselemente dieser Systeme sind entweder einzelne bioelektronische Chips zur Aufnahme von lebenden Zellen, oder mit elektronischen und optischen Chips bestückte Mikrotiterplatten zur multiparametrischen Detektion von physiologischen Signalen der Zellen. Diese Mikrotiterplatten sind jedoch noch für den breiten Einsatz in der Medizin weiterzuentwickeln. Um die verschiedenen Disziplinen, die in der Medizintechnik zusammenarbeiten, zu vereinen, soll der Entwicklungsprozess mittels agiler Entwicklung gestaltet werden und die interdisziplinäre Zusammenarbeit durch den Lehrstuhl für Produktentwicklung untersucht werden. Trotz der Vorteile die eine agile Entwicklung mit sich bringt gibt es noch viele offene Fragen, z.B. wie die strengen Normen und Richtlinien der Medizintechnik bei einer agilen Entwicklung berücksichtigt werden können.

Zielsetzung

Im Rahmen des Forschungsprojektes wird das System durch eine Weiterentwicklung der Mikrotiterplatte in der Handhabung vereinfacht und in der Anwendungsbreite verbessert. Dadurch werden mittels anderer Herstellungstechniken die Gesamtkosten des Systems drastisch reduziert. Der letztgenannte Punkt ist deshalb so wichtig, da für den praktischen Einsatz in der klinischen Tumordiagnostik letztendlich auch der Preis eines Systems darüber entscheidet, wie groß bei gegebener Leistungsfähigkeit die Akzeptanz ist. Bei der Entwicklung ist eine gewinnbringende Integration verschiedener Disziplinen in einen Produktentwicklungsprozess insbesondere in einer agilen Entwicklungsumgebung anzustreben. Die Ergebnisse aus der Weiterentwicklung werden in einem Leitfaden, welcher die forschungsrelevanten Erkenntnisse zur Anwendung von agilen Methoden in interdisziplinären Teams bei einer Medizintechnikentwicklung enthält, dokumentiert und die Weiterentwicklung der Mikrotiterplatte dient als Use Case im Leitfaden

Vorgehen

Die Inhalte der technischen Arbeitspakete werden auf zwei Konstruktionsprojekte aufgeteilt. In diesen Projekten bearbeiten Studentengruppen jeweils die Inhalte unter methodischer und fachlicher Anleitung von wissenschaftlichen Mitarbeitern. Dadurch können die einzelnen Themen sehr intensiv bearbeitet werden und ein Team mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten kann flexibel zusammengestellt werden. Beide Konstruktionsprojekte verlaufen am Lehrstuhl für Medizinische Elektronik und am Lehrstuhl für Produktentwicklung parallel. Eine ständige Kooperation und der Austausch zwischen beiden Lehrstühlen sowie das Zusammenführen von Teilergebnissen ist dabei unumgänglich. Die Ansätze zur methodischen Produktentwicklung, die agilen Vorgehensweisen als auch der Ansatz zur Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams werden über die gesamte Projektlaufzeit immer weiter entwickelt, in einander integriert und unterstützen gleichzeitig die Durchführung einzelner Konstruktionsprojekte. In den Konstruktionsprojekten werden damit die methodischen Inhalte mit den Forschungsinhalten, die sich aus der Weiterentwicklung der Mikrotiterplatte ergeben, verknüpft.

Projektpartner

Heinz-Nixdorf Lehrstuhl für medizinische Elektronik

Projektförderer

Zeidler Forschungs-Stiftung

Laufzeit

Juli 2017 bis Dezember 2018

Ansprechpartner

Kristin Gövert, M.Sc.
goevert@pe.mw.tum.de
Tel +49.89.289.15136

Veröffentlichungen