PE-Seminar: Kakaoschotenschälmaschine

Entwicklung einer Kakaoschotenschälmaschine für den Einsatz auf Kako-Plantagen im Kamerun

Forschungsfeld

Schlagworte

Agile Entwicklung, Kreativitätsmethoden, Wissensmanagement, Target Costing, Kostenschätzmethoden

Problemstellung

Der Kakaoanbau in afrikanischen Ländern beruht bis heute auf reiner Handarbeit. Der Gebrauch von scharfem Arbeitswerkzeug führt zu häufigen Verletzungen und die schwierige körperliche Arbeit macht den Kakaoanbau für junge Menschen unattraktiv und fördert die Landflucht. Zusätzlich kommt es beim Gebrauch von Macheten häufig zur Beschädigung der wertvollen Kakaobohnen und dadurch zu einem hohen Ausschuss. Nicht selten ist der Verkauf von Kakaobohnen die einzige Einnahmequelle im umliegenden Gebiet der Kakaoplantagen. Dies führt zu einer hohen Abhängigkeit von der Nachfrage und dem Rohstoffpreis.

Zielsetzung

Die Kakaoschotenschälmaschine auf der Internationalen Grünen Woche 2017 mit Minister Dr. Gerd Müller (Copyright: BMZ/Thomas Ecke)

Das Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Kakaoschotenschälmaschine zur Unterstützung der manuellen Arbeit durch automatisches Öffnen und Entkernen der Kakaoschoten. Der dadurch entfallende Gebrauch von Macheten senkt die Verletzungsgefahr und die Automatisierung bestimmter Arbeitsschritte erhöht die Ausbringungsmenge an Kakao auf den Plantagen. So werden die Kakaobohnen seltener beschädigt, was für einen geringen Ausschuss und bessere Qualität sorgt. Zusätzlich ist das Ziel, die Fertigung der Maschine den Bauern selbst oder eigenständigen Produktionsbetrieben in den Anbauländern zu überlassen. Der dadurch entstehende Impuls für einen weiteren Wirtschaftszweig in ländlichen Gebieten kann zu einer Diversifizierung der Einnahmequellen sorgen.

Vorgehen

Der Prototyp der Kakoschotenschälmaschine und seine Elemente

Basierend auf Anforderungen, die in enger Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und durch Einbeziehen der Endnutzer erstellt wurden, wurden in der ersten Projektphase (04/2016 – 10/2016) mehrere detaillierte Konzepte ausgearbeitet. Die Entwicklung folgte dabei agilen Vorgehensprinzipien. In Kombination dazu wendete das Entwicklungsteam weitere Methoden der Produktenwicklung sowie der Kreativitäts- und Innovationsförderung an. Basierend auf dem ausgewählten Konzept wurde ein Prototyp der Maschine gefertigt. In der zweiten Projektphase (11/2016 – 04/2016) wird der Prototyp für eine Versuchsreihe direkt in Kamerun auf Kakaoplantagen der Endnutzer aufbereitet und anschließend zu einem seriennahen Prototyp weiterentwickelt. Über die Konstruktion hinaus werden der anvisierte Markt analysiert und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt.

Laufzeit

April 2016 bis September 2017

Ansprechpartner

Kristin Gövert, M.Sc.
goevert@pe.mw.tum.de
Tel +49.89.289.15136